Portrait
 

Leni Timmermann lernte die Musik von Grund auf. Mit sechs Jahren schickten die Eltern ihre begabte Tochter in die Klavierstunde. Ein solcher Privatunterricht war schon 1907 nicht billig. Ihre Eltern konnten es sich jedoch als Geschäftsleute leisten, von ihrem Einkommen etwas für die musikalische Ausbildung ihrer Tochter abzuzweigen. Später wurde daraus ein Musikstudium in den Fächern Klavier und Gesang. 1927 legte Leni Timmermann ihr Examen als Musiklehrerin an der Wesfälischen Schule für Bewegung, Sprache und Musik in Münster ab. An diesem Institut unterrichteten Lehrer, die sich als hochqualifizierte Fachleute in den Musikwissenschaften bewährten.
Ihr Studium nahm Leni Timmermann 1917 in Essen am Konservatorium der Musik auf. Später wechselte sie zum Konservatorium nach Recklinghausen.

Als verheiratete Frau und Mutter von zwei Kindern litt sie wie viele andere Menschen unter den Verhältnissen im Dritten Reich. Dass sie nicht der Reichsmusikkammer beitreten wollte, hatte unangenehme Konsequenzen für sie. Ihre Entscheidung bescherte ihr faktisch Berufsverbot.

Bis zu ihrem Ruhestand 1966 arbeitete Leni Timmermann als Klavierlehrerin, Pianistin und Organistin.

Als Komponistin wurde Leni Timmermann erst verhältnismässig spät einer grösseren Öffentlichkeit bekannt. Nach langem Drängen ihres  Sohnes spielte sie einige Lieder auf ein Tonband, das ihr Sohn dann einer Hamburger Schallplattenfirma vorlegte. Die reagierte prompt: Die Melodien wurden arrangiert und Frau Timmermann aktualisierte die Texte. 1974 wurde die erste Schallplatte “Abend sinkt leis´auf die Welt” privat produziert. Dieser Titel ist eine Zeile aus dem Wiegenlied für Leni Timmermanns Tochter “Fromm sich die Blümlein neigen”. Die Platte fand im Freundes- und Bekanntenkreis guten Anklang und weckte das Interesse von weiteren Schallplatten- und Musikverlagen. Fünf weitere Schallplatten, 15 CDs, fünf Musik-Cassetten und drei Notenhefte mit Liedern von Leni Timmermann folgten. Die Aufführungen in Westfalen, im Ruhrgebiet und im Sauerland häuften sich.

Leni Timmermann starb 1992. Doch wird sie in ihren innigen, anheimelnden Liedern ewig leben.